Bild der Woche

7. April 2014

Kosmischer Feuerball über ALMA

Dieses wunderbare neue Bild, das während einer Zeitrafferaufnahmeserie am Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) aufgenommen wurde, ist ein weiteres dramatisches Ultra High Definition-Foto von der ESO Ultra HD-Expedition. ALMA liegt auf 5000 Metern über dem Meeresspiegel auf dem abgelegenen und leeren Chajnantor-Plateau in den chilenischen Anden und ist für die vier ESO-Fotobotschafter [1] das zweite Ziel auf ihrer 17-tägigen Reise. Die Fotobotschafter sind mit hochmodernen Ultra HD-Geräten ausgestattet, die ihnen helfen, die wahre Schönheit von Ansichten wie diesem Bild einzufangen [2] [3].

Einige der 66 Präzisionsantennen von ALMA sind hier sichtbar, die Antennenschüsseln zeigen hoch nach oben und untersuchen kühle Wolken im interstellaren Raum blicken tief in die Vergangenheit unserer geheimnisvollen kosmischen Ursprünge.

Die spektakuläre Lichtspur über ALMA ist eine Sternschnuppe, die das Bild mit einem hellen Farbstreifen zerteilt. Smaragdgrüne, goldene und leicht karmesinrote Farben loderten hell, als der Meteor in der Erdatmosphäre verglüht ist und seine feurige Reise über den Himmel gemacht hat. Wenn der Hochgeschwindigkeits-Feuerball – der in Wahrheit ein kleines Steinfragment aus dem interplanetaren Raum ist – auf die Atmosphäre der Erde trifft, heizt er sich auf, das Oberflächenmaterial des Meteors verdampft und bleibt in der leuchtenden Spur zurück. Diese Leuchtspuren verschwinden innerhalb weniger Sekunden, wurden aber hier durch einen Druck auf den Auslöseknopf eingefangen.

In der Bildmitte leuchten hell der hellste Stern im Sternbild Jungfrau, bekannt unter dem Namen Spica, und unser Nachbarplanet Mars – kosmische Zuschauer dieses feurigen Abstiegs, während sie über dem Horizont aufgehen.

Die Ultra HD-Expedition startete am 25. März 2014 in Santiago de Chile. Dieses Foto wurde in der achten Nacht der Reise auf den Chajnantor-Plateau aufgenommen. Aktuell ist das Team am La Silla-Observatorium, der ersten Anlage der ESO in Chile, und übermorgen werden sie nach ihrer letzten Nacht die Rückreise antreten. Frei zugängliche Ultra HD-Inhalte, die auf der Expedition erzeugt wurden, werden demnächst online von der ESO als kristallklares, atemberaubendes Ultra HD-Material angeboten – und werden das Universum näher als jemals zuvor zeigen. Dieses Bild wurde vom ESO-Fotobotschafter und Videofilmer Christoph Malin aufgenommen.

Endnoten

[1] Das Team besteht aus dem ESO-Videofilmer Herbert Zodet und den drei Fotobotschaftern Yuri Beletsky, Christoph Malin und Babak Tafreshi. Informationen zu den Technologiepartnern der Expedition findet man hier und ihren Blog gibt es hier.

[2] Die Ausrüstung beinhaltet: Vixen Optics Polarie Star Tracker, Canon® EOS-1D C Kamera, Stage One Dolly und eMotimo TB3 3-axis motion control camera robot, Angelbird SSD2go, LRTimelapse software. Peli™ Cases, 4K PC workstations von Magic Multimedia, Novoflex QuadroPod system, Intecro batteries und Granite Bay Software.

[3] Technologiepartner sind: Canon, Kids of All Ages, Novoflex, Angelbird, Sharp, Vixen, eMotimo, Peli, Magic Multi Media, LRTimelapse, Intecro und Granite Bay Software.


31. März 2014

Aufnahme des Universums in Ultra High Definition

Dieses Foto, das am Paranal-Observatorium der ESO aufgenommen wurde, ist die erste Fotografie der Ultra HD-Expediton der ESO – einer Pionierreise, die gerade von vier angesehenen Videofilmern und ESO-Fotobotschaftern unternommen wird [1]. Ausgestattet mit den modernsten Ultra HD-Tools [2][3] nimmt das Team drei einzigartige Beobachtungsstandorte der ESO in Chile in all ihrer Pracht auf. Gleichzeitig dokumentieren die Teammitglieder die Reise und das Drumherum in einem Blog.

Die vier Hauptteleskope - Antu, Kueyen, Melipal and Yepun – eines der Hilfsteleskope des Very Large Telescope (VLT) und das VLT Survey Telescope (VST) sind in diesem Bild aus einer ungewohnten Perspektive fest gehalten. Das Fischaugenobjektiv ermöglicht eine 360°-Aufnahme, wodurch eine eindringliche Paranal-Welt mit der Milchstraße im Zentrum entsteht.

Entfernte kosmische Juwelen sind über dem VLT verstreut zu sehen – sie durchziehen den saphirfarbenen Nachthimmel. Am oberen Bildrand stehen Mond und Venus nebeneinander und strahlen wunderschön an der Eklitpik ausgerichtet mit Saturn (direkt über der Kuppel im unteren Teil des Bildes) um die Wette. Antares, Vega und Altair – einige der helleren Sterne des Himmels – sind ebenso zu erkennen [4]. Zwei irreguläre Zwerggalaxien, Begleiter der Milchstraße und als Kleine und Große Magellansche Wolke bekannt, sind links neben dem Hilfsteleskop mit ihrem schwachen Leuchten zu erkennen. Das Ganzkuppel-Bildmaterial, das mit dem Fischaugenobjektiv während der Expedition erstellt wurde, wird demnächst kostenlos für Planetariumsshows zur Verfügung gestellt werden (wie zum Beispiel jene in der ESO Supernova-Einrichtung ab 2017).

Die Expedition begann in Santiago in Chile am 25. März 2014. Am folgenden Tag ist das Team zum ersten Zwischenstop losgezogen: dem Paranal-Observatorium der ESO, wo dieses Bild am 26. März 2014 entstanden ist. Hier werden sie die nächsten Tage damit verbringen, Zeitraffer-Standbildaufnahmen, Videos und Panoramaaufnahmen vom Paranal – der Heimat vom Very Large Telescope, dem Flagschiff der ESO – zu erstellen, bevor das Team weiterreist, um das Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) und das La Silla-Observatorium ebenso im Bild festzuhalten. Am 8. April kehrt das Team nach Europa zurück.

Endnoten

[1] Das Team besteht aus dem ESO-Videofilmer Herbert Zodet sowie den drei ESO-Fotobotschaftern Yuri Beletsky, Christoph Malin und Babak Tafreshi. Informationen über die Technologiepartner der Expedition sind hier zu finden.

[2] Die Ausrüstung beinhaltet: Vixen Optics Polarie Star Tracker, Canon® EOS-1D C Kamera, Stage One Dolly und eMotimo TB3 3-Achsen motion control Kameraroboter, Angelbird SSD2go, LRTimelapse-Software. Peli™-Koffer, 4K PC-Arbeitsplätze von Magic Multimedia, Novoflex QuadroPod-System, Intecro-Batterien und Granite Bay-Software.

[3] Zu den Technologiepartner gehören: Canon, Kids of All Ages, Novoflex, Angelbird, Sharp, Vixen, eMotimo, Peli, Magic Multi Media, LRTimelapse, Intecro und Granite Bay Software.

[4] Die beschriftete Version dieses Bildes zeigt die Planeten und Sterne, die am Nachthimmel zu finden sind.

Link:

Blog der UHD-Expedition der ESO


17. März 2014

Der Milchstraßen-Bogen über dem Paranal

Eine weitere klare Nacht am Paranal-Observatorium der ESO in Chile – perfekt um sich zurückzulehnen und unsere Galaxis, die Milchstraße, zu betrachten. Viele von uns leben in einer dicht bevölkerten städtischen Gegend, wo die Lichtverschmutzung verhindert, dass unsere kosmische Heimat in solchem Detail beobachtbar ist.

Wir wissen heutzutage, dass dieser atemberaubende Blick zu unserer Heimatgalaxie gehört. Die alten Griechen dachten jedoch, dass es sich um ein Werk der Götter handelt. Ihre Mythen erzählen, dass der neblige Streifen am Himmel die Muttermilch von Hera sei, der Frau des Göttervaters Zeus. Wir verdanken den Namen „Milchstraße“ also den alten Griechen. Der hellenistische Ausdruck Γαλαξίας κύκλος, der galaxias kyklos ausgesprochen wird, bedeutet „milchiger Kreis“ und bildet den Ursprung für unseren modernen Namen.

Dieses Bild wurde von ESO-Fotobotschafter Gabriel Brammer aufgenommen. Auf der rechten Seite ist ein Astronom zu sehen, der am Paranal zu Besuch ist und den Blick in den Himmel genießt.


10. März 2014

Rosettas Komet wacht auf

Am 20. Januar 2014 wurde die Raumsonde Rosetta der ESA von einer langen Ruhephase in den Tiefen unserers Sonnensystems wiedererweckt, um sich ihrem Ziel – dem Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko (manchmal auch als 67P/CG abgekürzt) – zu nähern.

Von der Erde aus gesehen ist der Komet 67P gerade wieder hinter der Sonne hervorgekommen. Am 28. Februar 2014, sobald der Komet vom Paranal-Observatorium der ESO in Chile sichtbar war, wurde das Very Large Telescope (VLT) der ESO auf den Kometen ausgerichtet. Die ESO arbeitet mit der ESA zusammen, um den Kometen von der Erde aus zu beobachten, während Rosetta sich ihm in den nächsten Monaten nähert. Diese Beobachtungen dienen der Vorbereitung für die wichtige Begegnung der Raumsonde mit dem Kometen, die für August diesen Jahres geplant ist (potw1403a).

Diese neue Bild, und viele noch folgende, werden von der ESA verwendet, um die Navigation von Rosetta zu verfeinern und zu überprüfen wie viel Staub von dem Kometen abgegeben wird. Das linke Bild wurde erstellt, indem einzelne Aufnahmen übereinandergelegt wurden, um die Sterne im Hintergrund sichtbar zu machen – anschließend wurden die Aufnahmen entsprechend verschoben, um die Bewegung des Kometen zu kompensieren. Der Komet ist als kleiner Punkt über einer der Sternspuren (in der Mitte des Kreises) sichtbar. Das rechte Bild zeigt den Kometen, nachdem die Sterne abgezogen wurden.

Dieses neue Bild zeigt ein Hellerwerden des Kometen, was dafür spricht, dass das Eis in seinem Inneren zu verdampfen beginnt, während der Komet sich der Sonne nähert. Genau wie die Raumsonde Rosetta erwacht der Komet selbst aus seiner Ruhephase.

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3. März 2014

ALMA-Arbeiter retten verlassenes Vikunja-Kitz

Hoch auf dem Chajnantor-Plateau in den chilenischen Anden liegt das Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA), ein Observatorium umgeben von der Weite einer hochgradig trockenen Landschaft. Etwas überraschend erscheint es deshalb, dass die Region die Heimat einiger Wildtierarten ist, von denen einige hin und wieder in der Nähe des Observatoriums auftauchen. Das weiter südliche gelegene La Silla-Observatorium der ESO hatte erst kürzlich Besuch von einem amerikanischen Graufuchs (potw1406a) und Wildpferden (potw1344a).

Der letzte dieser ALMA-Besucher ist dieses niedliche Vikunja-Kitz, das am 16. Februar 2014 von ALMA-Arbeitern gefunden wurde. Das Kitz war nur wenige Wochen alt und geschwächt, da es von Füchsen gejagt wurde und dabei seine Herde verloren hat.

Nach einer Reihe wenig erfolgreicher Versuche, das Kitz zu seiner Herde zurückzubringen, haben die Arbeiter es in das Wildlife Rescue and Rehabilitation Center der Universität Antofagasta gebracht, wo es behandelt wurde, so dass es schließlich in etwa einem Jahr wieder auf dem Anden-Plateau freigelassen werden kann.


24. Februar 2014

Die Kurven des ESO-Hauptsitzes

Dieses Infrarotbild wurde seiner Farben beraubt, wodurch die schwungvollen Kurven vom Hauptquartier der ESO auf die frostige, natürliche Schönheit der umgebenden Bäume treffen. Die extreme Krümmung, die in diesem Bild zu sehen ist, wird durch die Verwendung einer Fischaugenlinse hervorgerufen, die den Blickwinkel verzerrt. Dadurch umschließt das Gebäude die blassen Blätter und umrahmt den Himmel darüber. Das Blattwerk erscheint sehr hell, da es das infrarote Licht reflektiert, wohingegen der blasse, weiße Farbton dadurch verursacht wird, dass der Fotograf einen Weißabgleich an den Blättern der Bäume durchgeführt hat.

Die präzisen Kurven des Betons, Glases und Stahls geben einen Hinweis darauf, dass der Hauptsitz eine bestimmte Struktur aufweist: Im Jahr 1981 wurde in einem Artikel, der im ESO-Messenger erschien, als „ein Labyrinth, um die Intelligenz von Ratten zu testen“ beschrieben. Allerdings hat der Autor, zum Glück für die ESO, darauf hingewiesen, dass „menschliche Wesen im Durchschnitt klüger als Ratten sind und sie das Problem somit sehr schnell gelöst ist“.

Dieses Bild wurde vom ESO-Computerspezialisten Dirk Essl aufgenommen.


17. Februar 2014

VST-Schnappschuss von Gaia auf dem Weg zu einer Milliarde Sterne

Diese neuen Bilder vom Very Large Telescope Survey Telescope (VST) der ESO zeigen die ESA-Raumsonde Gaia etwa 1,5 Millionen Kilometer außerhalb der Erdumlaufbahn.

Am 19. Dezember 2013, einem Donnerstagmorgen, gestartet, hat der Satellit die Aufgabe in den nächsten fünf Jahren eine 3D-Karte unserer Galaxie zu erstellen. Den Himmel zu vermessen war seit Anbeginn der Zeit eine der zentralen Fragen der Menschheit. Gaia wird nun unser Verständnis von unserer stellaren Nachbarschaft auf ein ganz neues Niveau heben: Sie wird die Positionen und Bewegungen von etwa einer Milliarde Sternen in unserer Galaxie präzise ausmessen, um die Zusammensetzung der Milchstraße sowie ihre Entstehung und Entwicklung zu untersuchen.

Diese neuen Beobachtungen sind das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit zwischen der ESA und der ESO, im Rahmen derer die Raumsonde von der Erde aus beobachtet wird. Gaia ist zwar das akkurateste astrometrische Gerät, das je gebaut wurde, um jedoch aus den Beobachtungen nützliche Informationen ziehen zu können, muss die Position der Sonde im Weltraum genau bekannt sein. Der einzige Weg, um die Geschwindigkeit und Position der Sonde mit sehr hoher Genauigkeit bestimmen zu können, besteht darin Gaia täglich von der Erde aus zu beobachten. Hierzu werden Teleskope, zu denen auch das VST der ESO zählt, in einer Kampagne, die als Ground-Based Optical Tracking (GBOT) bekannt ist, eingesetzt.

Das VST ist ein moderndes 2,6-Meter-Teleskop, das mit OmegaCAM ausgestattet ist, einer riesigen 268-Megapixel-CCD-Kamera mit einem Blickfeld, das viermal so groß ist wie die Fläche des Vollmonds. Das VST hat diese Bilder mit OmegaCAM am 23. Januar 2014 mit einem zeitlichen Abstand von 6,5 Minuten aufgenommen. Gaia ist deutlich als kleiner, rot markierter Punkt zu erkennen, der sich vor einem Hintergrund aus Sternen bewegt. In den Bildern ist die Raumsonde etwa eine Million mal schwächer als noch mit dem bloßen Auge erkennbar.

Gaia wurde bereits zuvor im Dezember 2013 mit dem VST beobachtet, sehr bald nach dem Start – und ist eines der nächsten Objekte, die jemals mit dem VST beobachtet wurden. Die Sonde erschien genau dort, wo sie vermutet wurde, was die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen der bodengebundenen und der weltraumbasierten Astronomie hervorhebt.

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10. Februar 2014

Der fantastische Mr. Fox

Selbst gefährlich nah an der Grenze zur bewohnbaren Welt klammert sich das Leben fest. Am Rande der heißen und trockenen Atacamawüste ist dieser südamerikanische Graufuchs gerade aufgewacht und streckt sich gemütlich. Füchse sind generell nachtaktiv und nutzen den Temperaturabfall, der durch die Abwesenheit der heißen chilenischen Sonne verursacht wird.

Im Hintergrund sind andere Lebenszeichen zu erkennen: Die weiße Kuppel beherbergt das Schweizer 1,2-Meter-Leonhard-Euler-Teleskop, das vor den rauen Bedingungen durch die Verschalung geschützt ist. Wenn der Himmel über dem La Silla-Observatorium der ESO dunkler wird, erwacht eine weitere nachtaktive Spezies: Der Astronom reckt sich und macht sich fertig, um den Himmel mit seiner summenden und surrenden Technologie zu durchsuchen.

Dieses Bild wurde vom ESO-Fotobotschafter Malte Tewes aufgenommen und in der „Your ESO Pictures“-Flickrgruppe hochgeladen. Die Flickrgruppe wird regelmäßig durchgesehen und die besten Aufnahmen werden als Bild der Woche oder in unserer Bildergalerie veröffentlicht.

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3. Februar 2014

Antarktische Luft am Paranal

Dieses wunderschöne Panorama vom Paranal-Observatorium der ESO wurde am 5. Juli 2012 und damit an einem der trockensten Tage, die am Very Large Telescope-Komplex aufgezeichnet wurden, aufgenommen. Wie eine Insel liegt der Paranal in der Mitte des Bildes und thront über dem fernen Pazifischen Ozean und einer dichten Wolkenwand.

Während dieser Zeit wurde die extrem niedrige Luftfeuchtigkeit am Paranal mit dem Wasserdampf-Radiometer LHATPRO aufgezeichnet, das zur Überwachung der Atmosphäre dient, um die Beobachtungen zu unterstützen, die am Observatorium durchgeführt werden [1]. Meteorologen von zwei chilenischen Universitäten haben als Ursache für diese ungewöhnlich trockenen Bedingungen die antarktische Höhenluft ausgemacht, die sich schnell in Richtung Norden ausgebreitet hat und über dem Paranal hinabgestiegen ist.

Diese Kaltfront am Paranal hat für über 12 Stunden angehalten und war für die rekordverdächtig niedrige Luftfeuchtigkeit über dem Observatorium [2] verantwortlich. Florian Kerber von der ESO und seine Kollegen haben dieses ungewöhnliche Wetter analysiert und ihre Ergebnisse in einem Artikel veröffentlich, der in der Faachzeitschrift Monthly Notices of the Royal Astronomical Society am 29. Januar 2014 erschienen ist und hier abgerufen werden kann.

Was ist nun so besonders an einer trockenen Wüste? Eine derart ausgeprägte Trockenheit ist normalerweise nur in sehr viel höheren Lagen zu finden, zum Beispiel am ALMA-Observatorium auf dem Chajnantor-Plateau, das auf 5000 Metern über dem Meeresspiegel angesiedelt ist. Mit einer Höhe von 2635 Metern ist der Paranal nur etwa halb so hoch gelegen. Beobachtungen im Infrarot-Bereich können am besten dann durchgeführt werden, wenn wenig Wasserdampf in der Luft ist. Aufgrund dieser Tatsache könnten routinemäßige Beobachtungen mit dem LHATPRO-Radiometer es Astronomen ermöglichen, zukünftige Trockenperioden am Paranal für hervorragende Beobachtungen des Kosmos im Infraroten zu nutzen.

Das Foto wurde von ESO-Fotobotschafter Gabriel Brammer aufgenommen, der auch den Sonnenaufgang, der unmittelbar auf diese Trockenperiode folgte, gesehen und als außergewöhnlich klar und schön beschrieben hat. Brammer arbeitet als ESO-Astronom am La Silla-Paranal-Observatorium. Wenn er nicht gerade den Betrieb des Observatoriums unterstützt, untersucht er die Bildung und Evolution von entfernten Galaxien, wobei er die fortschrittlichsten Teleskope und Instrumente der Welt verwendet, darunter das Very Large Telescope der ESO und das Hubble Space Telescope.

Endnoten

[1] Das Low Humidity and Temperature Profiling-Radiometer (LHATPRO), das von der Radiometer Physics GmbH in Deutschland hergestellt wurde, verwendet starke Spektrallinien von bestimmten Elementen, um den Wassergehalt der Atmosphäre zu messen.

[2] Die Feuchtigkeit wird in Form von ausfällbarem Niederschlagswasser gemessen — ein Maß für den atmosphärischen Wassergehalt. Darunter versteht man die Säulenhöhe, die resultieren würde, wenn das gesamte Wasser der Atmosphäre als Regen fallen würde. In diesem Fall wurden nur 0,1 mm an ausfällbarem Niederschlagswasser gemessen – sehr viel weniger als der gewöhnliche (aber trotzdem schon niedrige) Wert von 2 mm am Paranal.


20. Januar 2014

Rosettas Komet

Heute am 20. Januar wird die ESA-Raumsonde Rosetta wieder aktiviert. Nach einer Ruhephase von 31 Monaten in den Tiefen unseres Sonnensystems soll Rosetta sich nun endlich dem Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko nähern.

Dieses Bild zeigt die letzte Beobachtung des Kometen mit einem Durchmesser von 4 Kilometern, und wurde am 5. Oktober 2013 mit dem Very Large Telescope (VLT) der ESO aufgenommen. Zu diesem Zeitpunkt, kurz bevor er hinter der Sonne verschwand und somit von der Erde aus nicht zu beobachten war, war der Komet etwa 500 Millionen Kilometer von uns entfernt.

Eine lange Beobachtungsserie war notwendig, um sowohl den Kometen ohne Hintergrundsterne (links) als auch das Sternfeld mit der markierten Kometenspur (rechts) zu erhalten. Bei einer Beobachtung in Richtung des Zentrums der Milchstraße und gegen ein gut gefülltes Sternfeld ist der Komet nur als schwacher Fleck zu erkennen, da er immer noch so weit von der Sonne entfernt war, dass aus dem eisigen Kern kein Gas oder Staub freigesetzt wurde. Bei der Annäherung an die Sonne wird sich die Oberfläche aufheizen und das Eis wird sublimieren, so dass er einen Staubschweif hinter sich herziehen wird.

Die Beobachtung markiert den Start einer engen Zusammenarbeit der ESO mit der ESA, die das Ziel hat, den Kometen vom Erdboden aus zu überwachen, während Rosetta Churyumov-Gerasimenko zu einem späteren Zeitpunkt in diesem Jahr begegnen wird. Rosetta wurde 2004 gestartet und dient der Erforschung der Oberfläche des Kometen, wobei ein Teil der Sonde auf dem Kometen landen soll, um zu erfahren wie die Oberfläche beschaffen ist [1].

Der Komet hat eine 6,5-jährige Umlaufbahn um die Sonne und befindet sich aktuell auf der Höhe der Umlaufbahn von Jupiter. Er wird im August 2015 der Sonne am nächsten sein – etwa zwischen den Umlaufbahnen von Erde und Mars. Dieses Bild suggeriert, dass der Komet zum Aufnahmezeitpunkt noch nicht aktiv war. Die Wissenschaftler warten gespannt darauf, dies erneut überprüfen zu können, wenn er im Februar das nächste Mal mit dem VLT beobachtbar sein wird und der Sonne viel näher gekommen ist.

In der Zwischenzeit wurden die Beobachtungen aus dem Oktober verwendet, um die Umlaufbahn zu bestätigen, die für das Zusammentreffen mit Rosetta im Mai geplant ist, so dass die Sonde im August in eine Umlaufbahn um den Kometen einschwenken kann. Weitere Berechnungen werden durchgeführt, sobald Rosetta den Kometen mit dem eigenen Abbildungssystem entdecken kann.

Weitere Informationen

[1] Seit dem Start hat Rosetta die Sonne fünf mal umrundet, um Geschwindigkeit zu gewinnen und sich selbst auf das Zielobjekt auszurichten. Für die kühlste Etappe der Mission, als Rosetta sich aus der Jupiter-Umlaufbahn hinausgewagt hat, wurde das Raumfahrzeug in eine Art Ruhezustand versetzt. Der Komet 67P/Churyumov-Gerasimenko befindet sich auf einer verhältnismäßig stabilen und gut bekannten Bahn, weshalb die Berechnungen für die Flugbahn von Rosetta bereits weit vor dem Start der Raumsonde durchgeführt werden konnten. Außerdem ist der Abstand zur Sonne ausreichend groß, was den Kometen zu einem sicheren Zielobjekt macht.

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13. Januar 2014

ALMA und Chajnantor in der Dämmerung

Dank der ESO-Fotobotschafter können wir sensationelle Bilder der ESO-Anlagen auf abgeschiedenen Berggipfeln in Chile genießen. Babak Tafreshi hat diese wunderschöne Panoramaansicht der Antennenschüsseln des Atacama Large Millimeter/submillimeter Arrays (ALMA) im Licht der Dämmerung aufgenommen. Ähnlich einer Momentaufnahme aus einem Science-Fiction-Film kontrastiert die Technologie von ALMA mit der rauen Kraft der Naturlandschaft auf dem Chajnantor-Plateau auf 5000 Metern über dem Meeresspiegel in Bildern wie diesem.

ALMA ist eine internationale astronomische Anlage und eine Partnerschaft von Europa, Nordamerika und Ostasien in Kooperation mit der chilenischen Republik. Bau und der Betrieb werden für Europa durch die ESO, für Nordamerika durch das National Radio Astronomy Observatory (NRAO) und für Ostasien durch das National Astronomical Observatory of Japan (NAOJ) geleitet. Dem Joint ALMA Observatory (JAO) obliegt die gemeinsame Leitung und das Management für die Konstruktion, die Inbetriebnahme und dem Betrieb von ALMA.


30. Dezember 2013

Helle Nacht am Paranal

Wenn die Nacht hereinbricht, beginnt an den Observatorien der ESO das Leben. Astronomen und Techniker gehen an die Arbeit und die Teleskope werden auf den Himmel gerichtet. Dieses Bild zeigt den unberührten Nachthimmel über dem Paranal-Observatorium der ESO in der chilenischen Atacamawüste, weit abseits von den Lichtern der Städte.

Hier hat ESO-Fotobotschafter Gabriel Brammer die ruhige Schönheit der Milchstraße von der Plattform des Very Large Telescope aufgenommen. Die vier massiven Blöcke am unteren Bildrand sind die Schutzbauten der vier VLT-Hauptteleskope. In jedem von ihnen steckt ein hochpräziser Spiegel mit 8,2 Metern Durchmesser. Über das Bild verstreut sind die VLT-Hilfsteleskope zu sehen, die leicht an ihren runden, weißen Kuppeln zu erkennen sind. Bei dem hellen Punkt auf der linken Seite, der so hell scheint, dass er die Sonne sein könnte, handelt es sich um den Mond. Auf der rechten Seite ist der Schatten des Fotografen zu sehen, der dem Betrachter mit ausgestreckten Armen winkt.

Da Brammer eine Fischaugenlinse verwendet hat, die das Bild so verzerrt, dass der Erdboden die Umrandung des Bildes ausmacht, ist gleichzeitig der gesamte Nachthimmel sichtbar.


16. Dezember 2013

Strichspuren über dem VLT auf dem Paranal

Dieses Bild wurde von ESO-Fotobotschafter Babak A. Tafreshi am Paranal-Observatorium der ESO aufgenommen. Es zeigt drei der vier Hilfsteleskope (engl. Auxiliary Telescopes, kurz ATs) des Very Large Telescope Interferometers (VLTI). Über ihnen sind lange helle Streifen zu sehen, sogenannte Strichspuren. Jede dieser Spuren markiert den Weg eines einzelnen Sterns über den dunklen Nachthimmel, der durch die Erdrotation verursacht wird. Diese Technik verdeutlicht außerdem die natürlichen Farben der Sterne, die für deren Temperatur stehen. Tiefrote Sterne erreichen etwa 1000°C während die heißesten Sterne bis zu einigen zehntausend Grad aufweisen und blau erscheinen. Der Himmel an diesem abgelegenen und hochgelegenen Ort in Chile ist sehr klar und frei von Lichtverschmutzung, weshalb wir dieses beeindruckende Lichtspektakel sehen können.


25. November 2013

Uralte Sternbilder über ALMA

Babak Tafreshi, einer der ESO-Fotobotschafter, hat die Antennenschüsseln  des Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) in einem eindrucksvollen Bild eingefangen, in dem die Schönheit des Südhimmels mit den beeindruckenden Dimensionen des größten astronomischen Projektes der Welt kombiniert ist.

Tausende Sterne können mit dem bloßen Auge am klaren Himmel über dem Chajantor-Plateau ausgemacht werden. Der trockene und transparente Nachthimmel ist einer der Gründe, warum ALMA dort errichtet worden ist. Überraschend hell ist in der oberen linken Ecke des Bildes ein junger Sternhaufen zu erkennen, der bereits den  meisten alten Zivilisationen bekannt war: die Plejaden. Die Sterne des Himmelsjägers Orion ist deutlich über der vordersten Antennenschüssel sichtbar – der Gürtel des Jägers wird von den drei blauen Sternen gebildet, die sich genau links des rötlichen Lichts befinden. Der klassischen Mythologie zufolge war Orion ein Jäger, der die Plejaden verfolgte, die hübschen Töchter von Atlas. Durch die dünne Atmosphäre über der Atacamawüste beobachtet, scheint diese epische Jagd tatsächlich stattzufinden.

ALMA ist eine internationale Einrichtung, die gemeinsam von Europa, Nordamerika und Ostasien in Zusammenarbeit mit der Republik Chile getragen wird. Bei Entwicklung, Aufbau und Betrieb des Observatoriums ist die ESO zuständig für den europäischen Beitrag, das National Astronomical Observatory of Japan für Ostasien und das National Radio Astronomy Observatory für den nordamerikanischen Beitrag. Das Joint ALMA Observatory übernimmt die übergreifende Projektleitung für den Aufbau, die Inbetriebnahme und den Beobachtungsbetrieb von ALMA.


18. November 2013

Neue Aufnahme von Komet ISON

Dieses neue Bild vom Kometen C/2012 S1 (ISON) wurde mit dem TRAPPIST-Teleskop am La Silla-Observatorium der ESO am Morgen des 15. November 2013 aufgenommen. ISON wurde erstmals im September 2012 beobachtet und wird Ende  November 2013 seine größte Annäherung an die Sonne erreichen.

TRAPPIST hat ISON seit Mitte Oktober mit Breitbandfiltern beobachtet, wie sie auch für dieses Bild verwendet wurden. Es wurden auch spezielle Schmalbandfilter genutzt, um die Emissionen von unterschiedlichen Gasen herauszufiltern, was es den Astronomen erlaubt, die Anzahl der vom Kometen ausgestoßenen unterschiedlichen Molekülarten zu bestimmen.

Bis zum 1. November 2013 war Komet ISON relativ ruhig, als ein plötzlicher Helligkeitsausbruch die ausgestoßene Gasmenge des Kometen verdoppelte. Am 13. November, kurz bevor diese Aufnahme gewonnen wurde, erschütterte ein zweiter großer Ausbruch den Kometen und erhöhte die Aktivität um den Faktor zehn. Er kann jetzt mit einem guten Fernglas von einem dunklen Beobachtungsplatz am Morgenhimmel in östlicher Richtung beobachtet werden. Während der letzten Nächte hat sich der Komet auf dem neuen Aktivitätslevel stabilisiert.

Diese Ausbrüche werden durch die intensive Hitze der Sonne verursacht, die das Eis im Inneren des kleinen Kometenkerns bei seiner Annäherung an die Sonne erreicht. Das Eis sublimiert und große Mengen von Staub und Gas in den Raum schleudert. ISON wird am 28. November 2013 seine größte Annäherung an die Sonne erreichen (mit nur 1.2 Millionen Kilometer Abstand von der Sonnenoberfläche – nur wenig mehr als der Durchmesser der Sonne!) und die Wärme wird noch mehr Eis sublimieren. Der Kern könnte auch in kleinere Fragmente zerfallen, die den Kometen während seines weiteren Umlaufs in der Nähe der Sonne vollständig verdampfen ließe. Sollte ISON den Vorbeiflug an der Sonne überstehen, könnte er am Himmel einen spektakulären Anblick bieten.

Das Bild ist ein Komposit aus vier unterschiedlichen, je 30-sekündigen Aufnahmen im Blau-, Grün-, Rotbereich und im nahen Infrarotbereich. Da der Komet vor den Hintergrundsternen vorbeiwandert, erscheinen diese als vielfache, farbige Punkte.

TRAPPIST (TRAnsiting Planets and PlanetesImals Small Telescope) widmet sich dem Studium von Planetensystemen über zwei Beobachtungsmethoden: der Detektion und Charakterisierung von Planeten, die außerhalb des Sonnensystems gelegen sind (Exoplaneten) und dem Studium von Kometen, die die Sonne umlaufen. Das nationale 60cm-Teleskop wird vom Kontrollraum in Liège in Belgien aus 12 000 km Entfernung gesteuert.

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11. November 2013

ALMA-Panoramaansicht mit Carinanebel

ESO-Fotobotschafter Babak Tafreshi hat dieses Panoramabild von den Antennenschüsseln des Atacama Large Millimeter/submillimeter Arrays (ALMA) unter dem klaren Himmel des Chajnantor-Plateaus in den chilenischen Anden aufgenommen.

Der auffällige rosafarbene Fleck am linken Bildrand ist der Carinanebel. Er liegt im Sternbild Carina (der Schiffskiel) , ungefähr 7500 Lichtjahre von der Erde entfernt. Diese Wolke von leuchtendem Gas und Staub ist einer der hellsten Nebel am Himmel und enthält einige der hellsten und größten Sterne in der Milchstraße, wie auch Eta Carinae. Einige wunderschöne Bilder des Carinanebels von ESO-Teleskopen findet man unter eso1208, eso1145, und eso1031.

ALMA, eine internationale astronomische Anlage, ist eine Partnerschaft zwischen Europa, Nordamerika und Ostasien in Kooperation mit der chilenischen Republik. Der Bau und der Betrieb von ALMA werden für Europa von der ESO, für Nordamerika durch das National Radio Astronomy Observatory (NRAO) und für Ostasien durch das National Astronomical Observatory of Japan (NAOJ) geleitet. Dem Joint ALMA Observatory (JAO) obliegt die gemeinsame Leitung und das Management für den Bau, die Inbetriebnahme und den Betrieb von ALMA.


4. November 2013

Pferdige Besucher

In einer dunklen Septembernacht am La Silla-Observatorium der ESO kehrte Astronom Klaas Wiersema gerade zum Restaurant zurück, nachdem er mehrere Stunden am Teleskop verbracht hatte. Der Großteil der Arbeit in einem Observatorium findet nachts statt, so dass Wissenschaftler und Techniker, die nachts in der Dunkelheit umherlaufen, keine Seltenheit sind.

Diesmal passierte jedoch etwas Unerwartetes. Plötzlich hörte Wiersema ein lautes Schnauben hinter sich und ein Trappelgeräusch, das ihn verfolgte. Er war überzeugt davon, dass es sich um ein aufgebrachtes Tier handeln musste, das aus seinem Versteck heraus gekommen war und ihn nun jagte. Also rannte er wie der Wind. Er hatte keine Vorstellung davon, um was für eine Art von Bestie es sich gehandelt haben konnte, die ihn in den öden Hängen der Atacamawüste auf einer Höhe von 2400 Metern über dem Meeresspiegel verfolgt. Die restliche Nacht verbrachte er mit dem Versuch das Rätsel zu lösen.

Bei Tagesanbruch zog er los und fand heraus, dass er lediglich einer Herde von Wildpferden zu nahe gekommen war, die dem Observatorium einen Besuch abstattete. Der Hengst wollte offensichtlich seine Stuten verteidigen. Das Bild nahm Wiersema als Beweis für seine Begegnung der vorangegangen Nacht auf.

Wiersema hat dieses ungewöhnliche Bild in der „Your ESO Pictures“-Flickrgruppe hochgeladen. Die Flickrgruppe wird regelmäßig durchgesehen und die besten Aufnahmen werden als Bild der Woche oder in unserer Bildergalerie veröffentlicht.

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21. Oktober 2013

Zwei mit bloßem Auge sichtbare Galaxien über dem VLT

Dieses atemberaubende Bild des klaren chilenischen Himmels ist mit hellen Sternen und fernen Galaxien übersät, die über einem der vier Haupttelekope (engl. Unit Telescopes, kuts Uts) des Very Large Telescope (VLT) zu schweben scheinen. Hier ist das vierte Hauptteleskop zu sehen, das auch Yepun (Venus) genannt wird.

Zwei der Objekte im Bild sind berühmter als ihre Nachbarn. Im linken Teil der Aufnahme ist eine äußerst bekannte Galaxie zu sehen, die einen Streifen am Himmel bildet – die Andromedagalaxie Messier 31. Rechts schräg über diesem Fleck ist ein heller Stern zu erkennen, dessen Verbindungslinie mit der Andromedagalaxie nach oben zu einer weiteren Galaxie weist. Der Stern heißt beta Andromedae – auch als Mirach bekannt – und die zweite Galaxie Messier 33 (ganz oben im Bild). Derzeit geht man davon aus, dass diese beiden Galaxien in der Vergangenheit miteinander wechselgewirkt haben, da sie jetzt eine Brücke aus Wasserstoffgas zwischen sich gespannt haben.

Dieses Bild wurde vom ESO-Fotobotschafter Babak Tafreshi aufgenommen.

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14. Oktober 2013

Überraschende Wolke um einen riesigen Stern

Dieses neue Bild des VLT Survey Telescope (VST) am Paranal-Observatorium der ESO zeigt den bemerkenswerten Sternhaufen Westerlund 1 (siehe eso1034). Dieser besonders helle Sternhaufen liegt im südlichen Sternbild Ara (der Altar) und ist etwa 16.000 Lichtjahre von der Erde entfernt. Er enthält hunderte besonders massereiche und helle Sterne, die alle erst wenige Millionen Jahre alt sind – Kleinkinder gemessen an Sternstandards. Unsere Sicht auf den Sternhaufen wird jedoch von Gas und Staub behindert, weshalb ein großer Teil des sichtbaren Lichts der Sterne dieses Sternhaufens auf dem Weg zur Erde verloren geht.

Bei der Untersuchung von Aufnahmen von Westerlund 1 im Rahmen einer neuen Durchmusterung des Südhimmels [1] sind Astronomen auf Unerwartetes gestoßen: Um einen der Sterne – der W26 genannt wird und bei dem es sich nicht nur um einen Roten Überriesen handelt, sondern vielleicht um den größten bekannten Stern – haben sie Wolken entdeckt, die aus leuchtendem Wasserstoffgas bestehen, was im Bild in grün festgehalten ist.

Solche leuchtenden Wolken um massereiche Sterne sind sehr selten, erst recht um einen Roten Überriesen – dies ist der erste ionisierte Nebel, der um einen solchen Stern entdeckt wurde. W26 selbst wäre zu kalt um das Gas zum Leuchten zu bringen. Astronomen spekulieren daher, ob die Quelle der ionisierenden Strahlung heiße, blaue Sterne im Sternhaufen oder aber ein lichtschwacher, aber sehr viel heißerer Begleitstern von W26 sein könnte.

W26 wird schließlich als Supernova explodieren. Der diesen Stern umgebende Nebel ist sehr ähnlich dem Nebel, der die Supernova 1987A umgibt, der Überrest eines Sterns, der 1987 als Supernovaexplosion sichtbar wurde [2]. SN 1987A war die erdnächste Supernova, die seit 1604 beobachtet wurde, was Astronomen erstmals seit der Erfindung des Teleskop die Möglichkeit gab, die Eigenschaften einer solchen Explosion im Detail zu erforschen. Die Untersuchung von verwandten Objekten, wie diesem neuen Nebel um W26, wird Astronomen helfen zu verstehen, wie der Prozess des Massenverlusts um massereiche Sterne verläuft, der letztlich zu deren explosivem Untergang führt.

Endnoten

[1] Dieses Bild ist Teil einer detaillierten öffentlich zugänglichen Durchmusterung eines großen Teils der Milchstraße, die auch VPHAS+ genannt wird, und für die Suche von neuen Objekten, wie jungen Sternen und planetaren Nebeln, die Leistungsfähigkeit des VST verwendet wird. Ein eindrucksvolles neues Bild vom Garnelennebel stammt ebenfalls aus Beobachtungen derselben Studie.

[2] Dieser Nebel hat vermutlich bereits den Vorgängerstern von SN 1987A vor der Supernovaexplosion umgeben.

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