Das La Silla-Observatorium

Der erste ESO-Standort

Das La Silla-Observatorium, 600 Kilometer nördlich von Santiago de Chile auf einer Höhe von 2400 Metern über dem Meeresspiegel gelegen, wurde in den 1960er Jahren als erstes der ESO-Observatorien errichtet. Hier betreibt die ESO nach wie vor zwei der weltbesten Teleskope der 4-Meter-Klasse, so dass La Silla weiterhin eines der wissenschaftlich produktivsten Observatorien weltweit ist.

Das New Technology Telescope (wörtlich etwa das „Teleskop mit neuartiger Technologie“) mit einem Spiegeldurchmesser von 3,58 Metern leitete eine neue Ära des Teleskopbaus ein. Es war weltweit das erste Teleskop mit aktiver Optik: Die Form seines Hauptspiegels wird fortwährend computergestützt kontrolliert und korrigiert. Heute findet diese bei der ESO entwickelte Technik beim VLT und den meisten anderen Großteleskopen auf der Welt Anwendung.

Das 3,6-Meter-Teleskop auf La Silla ist der weltweit führende Exoplanetenjäger HARPS montiert, ein Spektrograf mit bislang unerreichter Präzision.

Das La Silla-Observatorium ist das erste Observatorium von Weltklasse, dessen Qualitätsmanagementsystem von der Internationale Organisation für Normung nach (ISO) 9001 zertifiziert wurde.

Die auf La Silla vorhandene Infrastruktur wird von einer Reihe von ESO-Mitgliedsländern für eigene Projekte genutzt, wie etwa das Schweizer Leonhard- Euler-Teleskop mit einem Spiegeldurchmesser von 1,2 Metern oder die Teleskope REM (Rapid Eye Mount) und TAROT, die für die Beobachtung von Gammastrahlenausbrüchen ausgelegt sind. Hinzu kommen Einrichtungen mit weiter gefasstem Nutzerkreis, wie das MPG/ESO 2,2-Meter-Teleskop und das dänische 1,5-Meter-Teleskop. Der Wide Field Imager am MPG/ESO 2,2-Meter-Teleskop mit 67 Millionen Pixeln hat eine Vielzahl von Bildern hervorgebracht, die nicht nur von wissenschaftlichem, sondern auch von hohem ästhetischem Wert sind.

Das La Silla-Observatorium virtuell besichtigen

Virtuelle Tour am La Silla-Observatorium
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Die La Silla-All-Sky-Kamera (nur während der Nacht in Chile! Tagsüber zeigt die Webcam das letzte Bild vor Sonnenaufgang). Die roten Buchstaben entsprechen den Teleskopen, die zur Zeit gerade beobachten (T steht für das 3,6-Meter-Teleskop, N für das New Technology Telescope und D für das MPG/ESO 2,2-Meter-Teleskop). Weitere Informationen finden Sie hier.

Das La Silla-Observatorium besuchen

Wissenschaft mit den Teleskopen auf La Silla

Auch heute noch ist La Silla ein hochproduktiver Standort. Dort durchgeführte Beobachtungen führen pro Jahr zu rund 300 begutachteten Fachveröffentlichungen. Auf La Silla gelangen eine Reihe wichtiger Entdeckungen: Der Spektrograf HARPS hat weltweit bei der Suche nach vergleichsweise massearmen – und in dieser Hinsicht der Erde ähnlichen – Exoplaneten die Nase vorn. Er entdeckte das Planetensystem um den Stern Gliese 581, das möglicherweise den ersten bekannten erdähnlichen Planeten enthält, der seinen Stern in der so genannten habitablen Zone umkreist, also in einem Abstand, in dem Wasser in flüssiger Form existieren kann (eso0722). Gleich mehrere der Teleskope auf La Silla haben dazu beigetragen, den Zusammenhang zwischen Gammastrahlenausbrüchen – den energiereichsten Explosionen nach dem Urknall – und dem Kollaps massereicher Sterne zu etablieren. Seit 1987 spielt das Observatorium zudem eine wichtige Rolle bei Untersuchungen der uns nächsten Supernova in jüngerer Zeit, SN 1987A in der Großen Magellanschen Wolke.

Weitere Informationen zur Wissenschaft auf La Silla

Weitere Informationen zu La Silla

La Silla-Trailer

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Teleskope, die zur Zeit von der ESO betrieben werden

New Technology Telescope
3,6-Meter-Teleskop der ESO

 

 

 

Schon gewusst?
Sterne bilden sich in dichten Wolken im Interstellaren Medium, aber auch in den dichtesten Regionen dieser Wolken erreicht der Druck gerade mal den des besten Vakuums, das man auf der Erde im Labor erzeugen kann. In diesen Wolken herrschen Temperaturen von weniger als -200°C.
Schon gewusst?
Der Nachthimmel über den ESO-Standorten in Chile ist so dunkel, dass man in einer klaren, mondlosen Nacht den eigenen Schatten sieht, der vom Licht der Milchstraße geworfen wird.

 

La Silla bei Google Maps


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