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Pierre Cox zum neuen ALMA-Direktor ernannt

14. November 2012

Das ALMA-Leitungsgremium hat am 14. November 2012 bekanntgegeben, dass Pierre Cox zum neuen Direktor von ALMA, dem Atacama Large Millimeter/submillimeter Array, ernannt wurde. Cox wird seine Aufgabe ab dem 1. April 2013 für eine Dauer von 5 Jahren die Nachfolge von Thijs de Graauw als Direktor von ALMA antreten. Thijs de Graauw ist seit 2008 ALMA-Direktor und hat das Observatorium in seiner 5-jährigen Arbeit über viele Meilensteine geführt, inklusive der Startphase der frühen wissenschaftlichen Beobachtungen im Jahr 2011 (siehe eso1137).

Cox ist seit 2006 Direktor am IRAM (Institut de Radioastronomie Millimétrique). IRAM betreibt das Plateau de Bure Interferometer (PdBI) nahe Grenoble in Frankreich und ein 30-Meter-Teleskop auf dem Pico Veleta in Spanien – beide Teleskope beobachten bei Millimeterwellenlängen – im Auftrag seiner drei Partner: der deutschen Max-Planck-Gesellschaft (MPG), dem französischen Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS) und dem spanischen Instituto Geográfico Nacional (IGN).

Pierre Cox ist in der wissenschaftlichen Gemeinschaft für seine Arbeit auf dem Gebiet der Millimeter- und Infrarotbeobachtungen von Sternentstehungsregionen, späten Phasen der Sternentwicklung und hochrotverschobenen Galaxien bekannt und hat über 200 wissenschaftliche Fachartikel mit insgesamt über 10.000 Zitierungen veröffentlicht. Als IRAM-Direktor ist er für über 120 Wissenschaftler, Mechaniker, Techniker und Verwaltungsangestellte verantwortlich. Er hat große persönliche Anstrengungen zur Verbesserung der Beziehungen zu lokalen Gemeinden nahe des PdBIs unternommen. Als Direktor hat mit der Öffnung der Anlage für eine breitere Nutzerschaft inklusive der Vereinigten Staaten über die beteiligten Partner hinaus sowie mit der Durchführung von langfristigen Beobachtungsprogrammen mit hohem wissenschaftlichen Stellenwert er die wissenschaftlichen Standards von IRAM erhöht. Als Ergebnis sind das PdBI und das IRAM-30-Meter Teleskop aktuell stark überbucht und demonstrieren so die starke Nachfrage an diesen Anlagen. Zu seiner Rolle als neuer ALMA-Direktor bringt Cox seine großen Erfahrungen in der Handhabung multinationaler Organisationen wie auch multinationaler Anwendergemeinden mit. Cox spricht inklusive Spanisch mehrere Sprachen.

Cox kennt ALMA und seine Organisation als einer der Gründungsmitglieder des ALMA Scientific Advisory Committees und des European Scientific Advisory Committees, die das Projekt unterstützt und in den späten 1990ern unter den Wissenschaftlern und bei den Geldgebern bekanntgemacht haben. Seit dieser Zeit steht er mit ALMA über unterschiedliche Komitees in Kontakt. Im Jahr 2007 leitete er das Prüfungskomitee für die ALMA-Operationsplanungen. IRAM war verantwortlich für den Bau der ALMA-Band 7-Empfänger (entwickelt innerhalb der Zeitvorgaben und innerhalb der Spezifikationen) und betreibt einen der European ALMA Regional Center-Knoten. Einige der IRAM-Mitarbeiter haben eine Schlüsselrolle bei der ALMA-Abnahme und in der wissenschaftlichen Testphase gespielt.

Der Vorsitzende des ALMA-Leitungsgremiums, Professor Laurent Vigroux, drückte seine Zufriedenheit mit der Wahl aus und sagte: „Pierre Cox ist eine ausgezeichnete Wahl als ALMA-Direktor. Er hat die weitreichende Erfahrung, die Fähigkeiten und das Wissen über das Observatorium um ALMA in die nächste Phase zu führen: den Normalbetrieb. Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit ihm dieses revolutionäre Observatorium sein volles Leistungspotenzial erreichen zu sehen.“

Der Generaldirektor der ESO, Professor Tim de Zeeuw, sagte: “Ich bin sehr zufrieden mit der Wahl von Pierre Cox als nächster ALMA-Direktor. Er ist die richtige Persönlichkeit, um an die ausgezeichnete Arbeit von Thijs de Graauw mit dem Bau und der Inbetriebnahme von ALMA bis kurz vor seiner Fertigstellung anzuknüpfen und das Observatorium zur Nutzung seines vollen wissenschaftlichen Potenzials zu führen.“

Weitere Informationen

Das Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) ist eine internationale astronomische Einrichtung, die gemeinsam von Europa, Nordamerika und Ostasien in Zusammenarbeit mit der Republik Chile getragen wird. Von europäischer Seite aus wird ALMA über die Europäische Südsternwarte (ESO) finanziert, in Nordamerika von der National Science Foundation (NSF) der USA in Zusammenarbeit mit dem kanadischen National Research Council (NRC) und dem taiwanesischen National Science Council (NSC), und in Ostasien von den japanischen National Institutes of Natural Sciences (NINS) in Kooperation mit der Academia Sinica (AS) in Taiwan. Bei Entwicklung, Aufbau und Betrieb ist die ESO federführend für den europäischen Beitrag, das National Radio Astronomy Observatory (NRAO), das seinerseits von Associated Universities, Inc. (AUI) betrieben wird, für den nordamerikanischen Beitrag und das National Astronomical Observatory of Japan für den ostasiatischen Beitrag. Dem Joint ALMA Observatory (JAO) obliegt die übergreifende Projektleitung für den Aufbau, die Inbetriebnahme und den Beobachtungsbetrieb von ALMA.

Kontaktinformationen

Douglas Pierce-Price
Public Information Officer, ESO
Garching bei München
Tel: 089 3200 6759
E-Mail: dpiercep@eso.org

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Pierre Cox
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