Das Very Large Telescope

Das fortschrittlichste optische Observatorium der Welt

Das Very Large Telescope (VLT) ist das das Vorzeige-Observatorium der europäischen bodengebundenen Astronomie zu Beginn des dritten Jahrtausends und das höchstentwickelte optische Instrument der Welt. Es besteht aus vier Hauptteleskopen (engl. Unit Telescopes, kurz UTs) mit je 8,2 Metern Spiegeldurchmesser und vier beweglichen 1,8m-Hilfsteleskopen (engl. Auxiliary Telescopes, kurz ATs). Die Einzelteleskope können zu einem gigantischen Interferometer zusammengeschaltet werden, dem VLT-Interferometer (VLTI). Mit dem VLTI lassen sich am Himmel 25 Mal feinere Details auflösen als mit jedem einzelnen der Hauptteleskope. Dazu muss das Licht der Teleskope allerdings über ein komplexes unterirdisches Spiegelsystem so zusammengeführt werden, dass sich die Weglängen der einzelnen Lichtanteile über 100 Meter um nicht mehr als einen Tausendstel Millimeter unterscheiden. Doch die Präzision lohnt sich: mit dem VLTI lassen sich Aufnahmen mit einer Winkelauflösung von Tausendstel Bogensekunden erstellen. Das entspricht der Trennung der zwei Scheinwerfer eines Auto in der Entfernung des Mondes.

Die 8,2-Meter-Hauptteleskope können auch als Einzelteleskope genutzt werden. Jedes davon kann bei einer Belichtungszeit von einer Stunde Bilder von Himmelsobjekten dreißigster Größe aufnehmen – das sind Objekte, die vier Milliarden mal schwächer leuchten als alles, was das menschliche Auge noch ohne Hilfsmittel wahrnehmen kann.

Die Hauptteleskope tragen die Namen Antu, Kueyen, Melipal und Yepun – in der Sprache des Mapuche-Volkes sind das die Bezeichungen für die Sonne, den Mond, das Sternbild Kreuz des Südens und die Venus als Abendstern.

Das Paranal-Observatorium virtuell besichtigen

Virtuelle Tour zum Very Large Telescope

Klicken Sie auf das Bild um eine Virtuelle Tour zum und durch das VLT zu unternehmen.

Webcam des VLT LIVE.

 

Das Paranal-Observatorium besuchen

Teleskope und Beobachtungsinstrumente

Die am Very Large Telescope eingesetzten Instrumente bilden zusammen eine der umfangreichsten Ausstattungen, die je für ein einziges Observatorien erstellt wurde. Am VLT kommen elektronische Kameras mit großem Gesichtsfeld ebenso zum Einsatz wie Kameras und Spektrografen, bei denen atmosphärische Störungen (das Funkeln der Sterne) durch die Technik der Adaptiven Optik ausgeglichen wird, oder Spektrografen mit hoher Auflösung und solche, die gleichzeitig das Spektrum mehrerer Objekte aufnehmen können. Die vorhandenen Instrumente decken dabei einen breiten Bereich des elektromagnetischen Spektrums ab, der von Ultraviolettlicht (ab einer Wellenlänge von 300 Nanometern) bis in den mittleren Infrarotbereich (bis zu einer Wellenlänge von 24 µm) reicht.

Die Hauptteleskope

Die 8,2-Meter-Hauptteleskope sind in kompakten, temperaturgeregelten Gebäuden untergebracht, die zusammen mit dem Teleskop mitgedreht werden. Die Gebäude sind so ausgelegt, dass Störeffekte, zum Beispiel durch Luftverwirbelungen über den Teleskopspiegeln, wie sie durch Temperaturunterschiede zwischen der Teleskopanlage einerseits und der Nachtluft andererseits entstehen, vermieden werden.

Das erste der Hauptteleskope, "Antu", nahm am 1. April 1999 den wissenschaftlichen Beobachtungsbetrieb auf. Seither konnte mit den VLT-Teleskopen eine Vielzahl wichtiger astronomischer Beobachtungsergebnisse gewonnen werden.

Die Hilfsteleskope

Die vier 8,2m-Hauptteleskope sind zwar als Teil des VLT-Interferometers einsetzbar, werden aber in der Regel als Einzelteleskope genutzt und stehen daher nur für eine begrenzte Anzahl von Nächten für interferometrische Beobachtungen zur Verfügung. Dank vier kleinerer Hilfsteleskope, die speziell für den Interferometerbetrieb vorgesehen sind, kann das VLTI trotzdem jede Nacht genutzt werden.

Wissenschaft mit dem Very Large Telescope

Für die Astronomie hat das VLT eine herausragende Bedeutung. In Zahlen ist das VLT mit im Schnitt pro Tag mehr als einer Fachveröffentlichung (gezählt werden nur Zeitschriften mit Peer-Review) das wissenschaftlich produktivste bodengebundene Observatorium. Es hat außerdem eine neue Ära spannender Entdeckungen eingeläutet. Dazu zählen die erste Aufnahme eines Exoplaneten, die Bestimmung der Bahndaten für die Sterne, die um das supermassereiche Schwarze Loch im Zentrum der Milchstraße kreisen, und Beobachtungen des Nachleuchtens des entferntesten bislang bekannten Gammastrahlen-Ausbruchs.

Wissenschaftliche Ziele

Vielseitiges Großteleskop für das sichtbare Licht und das nahe Infrarot. Anwendungen beinhalten die Erforschung von hochrotverschobenen Galaxien, Sternentstehung, Exoplaneten und protoplanetaren Scheiben.

Weitere Informationen zur Wissenschaft mit dem VLT

Weitere Informationen zum Very Large Telescope

Die Residencia

Das Gästehaus des Paranal-Observatoriums, die Residencia, ist ein preisgekröntes Gebäude. Dort fanden einige der Dreharbeiten für den James-Bond-Film "Ein Quantum Trost" statt.

VLT-Trailer

Laden Sie den VLT-Trailer aus dem Videoarchiv herunter.

 

Das VLT

Name: Very Large Telescope
Standort: Cerro Paranal
Höhe: 2635 m
Schutzbau: Kompaktes, optimiertes zylindrisches Gebäude
Typ: Optisch/Nahinfrarot, mit Interferometrie
Optisches Design: Spiegelteleskop, Typ Ritchey-Chrétien
Hauptspiegel- durchmesser M1: 8,20 m
Material M1: Zerodur
Durchmesser Sekundärspiegel M2: 0,94 m
Material Sekundärspiegel M2: Beryllium
Durchmesser. Tertiärspiegel M3: 1,242 x 0,866 m (plan, elliptisch)
Montierung: Alt-Azimutal
First Light: UT1, Antu: 25. Mai 1998
UT2, Kueyen: 1. März 1999
UT3, Melipal: 26. Jan 2000
UT4, Yepun: 4. September 2000
Aktive Optik: Ja
Adaptive Optik: UT4: Laserleitstern + NACO
Interferometrie: maximale Basislänge 130 Meter
Bilder die mit dem VLT aufgenommen wurden: Link
Fotos vom VLT: Link
Pressemitteilungen basierend auf VLT-Daten: Link

 

Schon gewusst?
Die feinsten Details, die man mit dem System Adaptiver Optik am VLT unterscheiden kann, wären kleiner als eine DVD auf der Internationalen Raumstation vom Erdboden aus gesehen (etwa 50 Millibogensekunden).

 

Das VLT bei Google Maps

 

Die Karte in groß zeigen



Laden Sie die 3D-Modelle der Teleskope herunter und betrachten Sie sie in Google Earth (kmz, 4,8 MB)